Gesangverein Frohsinn
Gesangverein Frohsinn (1877 bis 1919)
Die "Zwölfer", ein Dutzend sangesfroher Männer, welche dem aufgelösten Arbeiterbildungsverein angehörten, gründeten am 27. Juli 1877 den Gesangverein Frohsinn. Das Sängerlokal war die 'Wirtschaft zur Kanne'. Erster Vorstand war ein Herr Gregory, der Liedermeister der Buchdrucker List. Von ihm übernahm 1882 die Direktion Lehrer Weller. Der nächste Vorstand wurde Kaufmann Dietrich, dessen Amt 1883 an Buchhändler Mang überging. Im Jahr 1882 übernahm die Direktion Lehrer Werner, diesem hatte der kleine Verein viel zu verdanken. Unermüdlich setzte Werner Zeit und Gesundheit für seinen Verein ein; zur Stabführung hin übernahm er 1884 noch das nicht immer dankbare, viel Liebe und Verständnis erfordernde Amt des Vereinsvorstands. Volle 15 Jahre blieb er Vorstand und Dirigent. Den Höhepunkt seines Wirkens brachte das Jahr 1886, in welchem er seine 23 Sänger zählende Schar zum Schwäbischen liederfest nach Heilbronn führte und dort im höheren Volksgesang mit seinem Preislied: 110 Wald, wie ewig schön bist du!" einen zweiten Preis errang. Was Wunder, wenn die Sänger schon wieder 1889 das Liederfest in Göppingen und 1892 das in Sigmaringen mit ihm besuchten. Am 12. Mai 1894 starb der beliebte Freund und Gönner, der sich viele Verdienste um den "Frohsinn" erworben hat.
An seine Stelle trat 1894 Jakob Beck, Oberlehrer an der hiesigen staatlichen Taubstummenanstalt. Die Vorstandsbürde übernahm Malermeister Mattern. Die Energie, gepaart mit seinem musikalischen Verständnis, welche der neue Dirigent seinen Frohsinnlern mitbrachte, trug bald dem Verein köstliche Früchte ein, denn schon im darauf folgenden Jahr, 1895, führte er seine 40 Sänger zum Preissingen auf das Schwäbische Liederfest nach Biberach, wo er im höheren Volksgesang mit dem Preislied: ,,0 du sonnige, wonnige Welt" einen ersten Preis erzielte. Mit den "Brüßlern", welche dort am gleichen Tag im Kunstgesang ihre Lorbeeren holten, wurden sie bei ihrer Heimkehr mit Stolz und Freude in der Heimat empfangen.
