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Vereinsverzeichnis

Gesangverein Alpenrose

Gesangverein Alpenrose (1894 bis 1975)

Am 14. Juli 1894 wurde der Verein unter dem Namen "Alpenröschen" gegründet. Als Mitgliedsbeitrag wurde damals ein Wochenbeitrag von 10 Pfennig erhoben. Weil die Singstunden in der ersten Zeit aber recht schlecht besucht wurden, beschloss man im Dezember 1896, bei Zu spät Kommen, bei ungebührlichem Betragen während der Singstunden und bei Fernbleiben Geldstrafen zu erheben. Offensichtlich zeigten diese Maßnahmen den gewünschten Erfolg, denn die Entwicklung des Vereins nahm einen steilen Anstieg. Im Januar 1900 wurde der Name des Vereins in "Alpenrose" geändert.
Als erster namhafter Dirigent ist Kaspar Schierle überliefert, der gleichzeitig beim Liederkranz Bettringen Dirigent war. Das Jahr 1900 war für den Verein ein wichtiges Jahr, denn außer der Namensänderung fielen zwei entscheidende Ereignisse in diesen Zeitraum: Zum einen der Beitritt zum Schwäbischen Sängerbund und zum andern das Fest der ersten Fahnenweihe. 25 Gastvereine nahmen an diesem Fest teil. Diesem Fest war sicherlich ein finanzieller Erfolg beschieden, denn kurz darauf konnte sich der Verein ein eigenes Klavier leisten. Dass in der "Alpenrose" auch die Geselligkeit nie zu kurz kam, zeigen die zahlreichen Ausflüge und Treffen mit auswärtigen Gesangvereinen, die damals schon veranstaltet wurden. 1911 wurde zum Beispiel ein zweitägiger Ausflug auf den Lichtenstein, auf den Hohenzollern und nach Tübingen unternommen. Dabei war die Beteiligung so groß, dass die Transportkapazität der Bahn überschritten wurde und ein Teil der Herren die Strecke von Reutlingen nach Unterhausen im Viehwaggon zurücklegen musste. Die Harmonie und der Frohsinn jener Jahre spiegeln sich nicht zuletzt in der Tatsache wider, dass bei Veranstaltungen des Vereins immer und ausgiebig das Tanzbein geschwungen wurde.
Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges war die "gute alte Zeit" zu Ende. Am 2. August 1914 musste für vier Jahre der Singstundenbetrieb eingestellt werden. 90 Prozent der Sänger waren eingezogen und viele sollten ihre Heimat nicht mehr wieder sehen. Von 172 Mitgliedern erlebten nur noch 127 das Ende des Krieges. Im November 1918 begannen diese, den Verein neu aufzubauen und wieder nahm er einen steilen Aufschwung, sowohl auf musikalischem als auch auf personellem Gebiet.
Die Mitgliederzahl stieg auf über 400, und beim Gausängerfest des Silchergaues 1921 in Schorndorf wurde ein außerordentlicher Erfolg erreicht. 1922 wurde ein eigenes Orchester gegründet und im Februar 1923 wurde der Verein in "Gesang und Musikverein Alpenrose" umgetauft. Gewisse finanzielle Schwierigkeiten brachte die Zeit der Inflation für die Vereinskasse, wenngleich der Verein damals mehrfacher Millionär war. Der Monatsbeitrag stieg von 20 Mark im Oktober 1922 auf 60 Mark im Dezember desselben Jahres, und beim Gartenfest im Juli 1923 machte der Verein eine halbe Million Mark Gewinn. Bei der Herbstfeier 1923 mussten Mitglieder eine halbe Million, Nichtmitglieder eine Million Mark Eintrittsgeld entrichten. Im Januar 1924 betrug dann nach dem gewaltigen Geldwertsturz der Monatsbeitrag 40 Pfennig.
Im Juli 1924 wurde mit einem Festbankett das 25jährige Jubiläum gefeiert, obwohl der Verein ja schon 30 Jahre bestand. 32 auswärtige Vereine nahmen an diesem Jubiläum teil. Der wirtschaftliche Niedergang Ende der 20er Jahre und Anfang der 30er Jahre und die damit verbundene Arbeitslosigkeit vieler Mitglieder machte sich auch in der finanziellen Lage des Vereins sehr deutlich. Im November 1927 löste sich das Orchester des Vereins wieder auf. In lebhafter Erinnerung blieb vielen Mitgliedern des Vereins das Deutsche Sängerfest 1928 in Wien.
Die zunehmenden innenpolitischen Spannungen in Deutschland zur Zeit der Weimarer Republik zwangen den Verein im Januar 1930 zur Einführung einer neuen Satzung. Paragraph 1 dieser Satzung lautet: "Der Gesangverein Alpenrose pflegt den Gesang und gesellige Unterhaltung, meidet jedoch jede politische Richtung". Im Dezember 1936 übernahm Alfred Mantel aus Mögglingen die Stelle des Dirigenten. Das Herbstkonzert 1937 wurde von der Presse als bestes Konzert der letzten Jahre gewertet. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges legte Alfred Mantel das Dirigentenamt nieder, und im September 1941 schlossen sich die Gmünder Gesangvereine MGV Alpenrose, Gamundia, Liedertafel und Kolpingchor zu einer Chorgemeinschaft unter Chordirektor Baur zusammen. Am 8. März 1946 versammelten sich die Mitglieder der Alpenrose, und am 15. Mai 1946 begannen wieder unter der Leitung von Alfred Mantel die Chorproben. Ein bedeutendes Konzert fand im Mai 1947 unter Mitwirkung der Stuttgarter Philharmoniker und namhafter Solisten statt. Weitere wichtige Auftritte folgten beim ersten Sängertag des Silchergaues 1948 in Schwäbisch Gmünd und beim Gauliederfest 1951 in Schorndorf.

Zum Jahreswechsel 1951/52 gab Alfred Mantel den Dirigentenstab in die Hände von Erich Ganzenmüller, der die Alpenrose gleich 1952 beim Bundesliederfest in Aalen mit dem Chor "Media vita" von Lissmann mit der Note "mit Auszeichnung“ an die Spitze brachte. In den folgenden Jahren konzertierte die Alpenrose des öfteren mit dem Akkordeonorchester Penz und in der Chorgemeinschaft Ganzenmüller zusammen mit dem Kolpingchor und dem Liederkranz Straßdorf. Höhepunkt dieser Chorgemeinschaft war das von ihr gestaltete Sonderkonzert beim Sängerfest 1959 in UIm.

Im Oktober 1959 übernahm Hubert Beck die Leitung des Chores, nachdem sich Erich Ganzenmüller verstärkt der politischen Arbeit widmen wollte. Ein großes Ereignis in der Vereinsgeschichte war dann die zweite Fahnenweihe im Juni 1961. Die alte Fahne hatte im Laufe der Zeit doch sehr gelitten und wurde durch eine der schönsten Fahnen ersetzt. Die neue Fahne zeigt auf der einen Seite den „Geiger von Gmünd“, auf der anderen das Gmünder Wappen, das „Einhorn“. Höhepunkt des Festes war das Festkonzert, bei dem der MGV, der Liederkranz Straßdorf, der Liederkranz Bettringen, der Kolpingchor, der Gesangverein Alpenrose und die Stadtkapelle Schwäbisch Gmünd mitwirkten. Die Fahnenweihe wurde im Verlauf des Festaktes von Stadtpfarrer Luiz vorgenommen.
Im Januar 1963 übernahm Rudolf Haseidl den Vorstandsposten, sein Vorgänger Kaspar Trautwein wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Unter Rudolf Haseidl's Regie fand im Fasching 1965 die erste große Prunksitzung der Alpenrose im 'Pelikan' statt, weitere folgten in den anschließenden Jahren im großen Stadtgartensaal. Sie alle fanden großen Anklang bei der Gmünder Bevölkerung.
Von April 1964 bis Oktober 1966 war German Krieglsteiner Chorleiter des Vereins:; Er wurde von Reinhold Kohnle abgelöst. Höhepunkt seiner Arbeit war das Festkonzert anlässlich des 75jährigen Bestehens der Alpenrose am 21. Juni 1969 im Stadtgarten. Da Reinhold Kohnle anschließend aus beruflichen Gründen Schwäbisch Gmünd verließ, übernahm Josef Weinmann die Chorleitung. 1972 gab es auch an der Vereinsspitze einen Wechsel, denn Rudi Haseidl konnte aus gesundheitlichen Gründen den Verein nicht mehr führen. An seine Stelle trat Erwin Wiedmann. Unter der damals massiven Stadtflucht der Bevölkerung hatten die Gesangvereine sehr zu leiden, deshalb entschloss sich die Vereinsführung; mit den anderen innerstädtischen Chören MGV und Liedertafel über eine Fusion zu verhandeln. Diese wurde am 19. November 1974 von der Hauptversammlung genehmigt.